Crocodile Kreuzberger
Eine Nacht später: Mit einem großen Käscher fange ich das erste lebende Krokodil meines Lebens. Die Sechsmeterechse bewegt sich nach der Gefangennahme seltsamerweise überhaupt nicht, sondern schaut mich nur aus ihren kalten Augen an, während ich den Käscher so weit weg von mir halte wie möglich. Zu Hause angekommen landet das stocksteife Reptil in einer speziell für Krokodile entwickelten, überdimensionierten Tupperdose. Es beobachtet mich weiter, bis ich den Deckel des Behälters schließe und dabei durch den Kunststoff seinen gepanzerten Rücken berühre. Als es meine Hand spürt, beginnt es zu zappeln und sich wild hin- und herzuwerfen, so wie ich es aus unzähligen Tierdokus kenne. Nach einigen angsterfüllten Augenblicken bemerke ich, wie das Innere der Dose sich verändert. Was eben noch eine Echse war, scheint sich aufzulösen, kein Krokodil mehr zu sein - stattdessen hat es plötzlich viel zu viele lange, dünne Arme, mit denen es alienesk nach einem Ausgang aus seinem transparenten Tuppergefängnis sucht. Ich starre gebannt auf dieses bizarre Schauspiel und erinnere mich dabei an Ray Harryhausens Stop-Motion-Filme. (Aufgew.)

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