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Farbenlehre für Anfänger
kreuzberger | 26. November 06 | Thema: Medienzeugs
Soso, Tagesspiegel, gerade lobe ich noch zwei Deiner Artikel, und dann das:
"Der erste der letzten originalen „Ferraris des Ostens“ ist gelb – gelb wie das italienische Vorbild."
So gelb wie z.B. diese Seite also? Und so gelb wie da oben links "Der Kreuzberger..." steht? Schon bitter, so eine Protanopie...
"Der erste der letzten originalen „Ferraris des Ostens“ ist gelb – gelb wie das italienische Vorbild."
So gelb wie z.B. diese Seite also? Und so gelb wie da oben links "Der Kreuzberger..." steht? Schon bitter, so eine Protanopie...
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Zeitreise
kreuzberger | 26. November 06 | Thema: Frueher war alles besser
Seit ich das letzte Mal hier war, hat sich nicht viel geändert. Die Freischwinger hängen traurig durch, das Parkett ist abgetreten und rissig, an einigen Stellen fehlen kleinere Holzstücke. Ich sitze im Konferenzraum mit seinen ehemals wunderschönen Holztüren, die ausgeblichen und voller dunkler Fingerabdrücke rund um die ziselierten Klinken sind. Die offenen Türen führen zum Nebenbüro und zum Flur, durch den man in anderthalb andere Räume sehen kann. Alles, was man wahrnimmt oder ahnt, ist wie der Raum, in dem ich alleine sitze. Groß, leer, einsam.
Die Büroutensilien auf dem Tisch mit seiner grün marmorierten 70er-Jahre-Marmorplatte stammen aus einer anderen Zeit und haben schon seit längerem kein Staubtuch mehr gefühlt. Das zwischen den beiden alten Fenstern mit ihren doppelflügeligen Ober- und Unterlichtern stehende Faxgerät ist nur etwas jünger als der Tisch und wirkt, als warte es schon lange darauf, dass jemand seine Nummer wählt. Heizungs- und Wasserrohre laufen offen über den Wänden um die Zimmer herum, an einigen Stellen haben sie die Tapeten schwarz gefärbt.
Wenig hat sich seit meinem letzten Termin in der Kanzlei geändert. Die alterslose Sekretärin ist nicht mehr da und ich bekomme keine Rechnung per Post, sondern soll die Gebühren sofort bar zahlen. Das Wechselgeld holt der Anwalt statt aus einer soliden metallenen Kasse aus seinem abgewetzten Portemonnaie. Ich bin froh, dass er uns die peinliche Situation erspart, nicht genug zum Rausgeben zu haben.
Die Büroutensilien auf dem Tisch mit seiner grün marmorierten 70er-Jahre-Marmorplatte stammen aus einer anderen Zeit und haben schon seit längerem kein Staubtuch mehr gefühlt. Das zwischen den beiden alten Fenstern mit ihren doppelflügeligen Ober- und Unterlichtern stehende Faxgerät ist nur etwas jünger als der Tisch und wirkt, als warte es schon lange darauf, dass jemand seine Nummer wählt. Heizungs- und Wasserrohre laufen offen über den Wänden um die Zimmer herum, an einigen Stellen haben sie die Tapeten schwarz gefärbt.
Wenig hat sich seit meinem letzten Termin in der Kanzlei geändert. Die alterslose Sekretärin ist nicht mehr da und ich bekomme keine Rechnung per Post, sondern soll die Gebühren sofort bar zahlen. Das Wechselgeld holt der Anwalt statt aus einer soliden metallenen Kasse aus seinem abgewetzten Portemonnaie. Ich bin froh, dass er uns die peinliche Situation erspart, nicht genug zum Rausgeben zu haben.
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Wie sieht die Zukunft des Musikbusiness aus?
kreuzberger | 25. November 06 | Thema: Musik, zwo, drei, vier
Für die nächste Woche hat Universal mich zu einer Gruppendiskussion zum Thema Musik eingeladen. Einfach nur, weil ich irgendwann mal irgendeinen natürlich supertollen Newsletter abonniert habe. Soll ich denen irgendwas ausrichten? Mal sehen, ob die wirklich diskutieren wollen...
Disclaimer: Jeder Teilnehmer erhält laut Einladung eine "Aufwandsentschädigung von 20 EUR". Da ich die Musikindustrie in großen Teilen unsympathisch finde (Musikkäufer = potenzielle Raubkopierer, gecastete Bands, mangelhafte Nachwuchsförderung, kein langer Atem, um Musiker langfristig aufzubauen...), werde ich dieses Geld spenden. Und zwar an Dirk Olbertz, der blogger.de betreibt und finanziert. Und da sollte der eine oder andere, der ein wenig Geld entbehren kann und hier weiter in Blogs lesen oder schreiben will, was locker machen. Dann gibt es vielleicht künftig auch weniger Ausfälle.
Disclaimer: Jeder Teilnehmer erhält laut Einladung eine "Aufwandsentschädigung von 20 EUR". Da ich die Musikindustrie in großen Teilen unsympathisch finde (Musikkäufer = potenzielle Raubkopierer, gecastete Bands, mangelhafte Nachwuchsförderung, kein langer Atem, um Musiker langfristig aufzubauen...), werde ich dieses Geld spenden. Und zwar an Dirk Olbertz, der blogger.de betreibt und finanziert. Und da sollte der eine oder andere, der ein wenig Geld entbehren kann und hier weiter in Blogs lesen oder schreiben will, was locker machen. Dann gibt es vielleicht künftig auch weniger Ausfälle.
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Wie wird man Amokläufer?
kreuzberger | 24. November 06 | Thema: Politik und Gedoens
Die Diskussion um den Emsdettener Amokläufer erscheint mir völlig absurd. Insbesondere dieser armselige Populismus à la Stoiber und Wulff, die die von ihnen sogenannten "Killerspiele" verbieten wollen. Vielleicht sollten sie stattdessen mal fragen, woher der 18-Jährige die Waffen hatte. Harald Martenstein bringt die ganze verlogene Diskussion heute im Tagesspiegel schön auf den Punkt:
"Wie gefährlich sind Killerspiele? Mag sein, dass Killerspiele halb gestörte Jugendliche in voll gestörte Jugendliche verwandeln. Aber warum spricht eigentlich fast niemand über den Waffenhandel? Warum wird die Debatte nicht darüber geführt, dass ein gestörter Jugendlicher sich relativ einfach im Internet eine Knarre besorgen kann?"
Martenstein verweist dann auf diesen Artikel der Zeit Online, dessen Autor schreibt, dass die Amokläufer aus Emsdetten, Erfurt und Columbine unter anderem eins gemeinsam hatten: Sie hätten noch nie eine Freundin gehabt. Martenstein dazu:
Auch da gibt es also einen klaren statistischen Zusammenhang. Statt „Verbietet die Killerspiele!“ könnte man also, mit der gleichen Berechtigung, fordern: „Verschafft den Jungs Freundinnen!“ Und dies tue ich hiermit."
Kluge Worte, denen ich mich voll anschließe. Gleiches sollte man auch mal mit dem einen oder anderen Problem-Ministerpräsidenten versuchen. Dann hat er vielleicht weniger Zeit, so einen gequirlten Mist zu reden. So, und ich installier jetzt erstmal Counterstrike...
Nachtrag: Dieser Artikel des Tagesspiegels taucht in das Leben des Amokläufers ein. Er beruht auf den Auskünften eines engen Angehörigen und verzichtet wohltuend auf die üblichen Schwarz-Weiß-Malereien. Unbedingt lesenswert.
"Wie gefährlich sind Killerspiele? Mag sein, dass Killerspiele halb gestörte Jugendliche in voll gestörte Jugendliche verwandeln. Aber warum spricht eigentlich fast niemand über den Waffenhandel? Warum wird die Debatte nicht darüber geführt, dass ein gestörter Jugendlicher sich relativ einfach im Internet eine Knarre besorgen kann?"
Martenstein verweist dann auf diesen Artikel der Zeit Online, dessen Autor schreibt, dass die Amokläufer aus Emsdetten, Erfurt und Columbine unter anderem eins gemeinsam hatten: Sie hätten noch nie eine Freundin gehabt. Martenstein dazu:
Auch da gibt es also einen klaren statistischen Zusammenhang. Statt „Verbietet die Killerspiele!“ könnte man also, mit der gleichen Berechtigung, fordern: „Verschafft den Jungs Freundinnen!“ Und dies tue ich hiermit."
Kluge Worte, denen ich mich voll anschließe. Gleiches sollte man auch mal mit dem einen oder anderen Problem-Ministerpräsidenten versuchen. Dann hat er vielleicht weniger Zeit, so einen gequirlten Mist zu reden. So, und ich installier jetzt erstmal Counterstrike...
Nachtrag: Dieser Artikel des Tagesspiegels taucht in das Leben des Amokläufers ein. Er beruht auf den Auskünften eines engen Angehörigen und verzichtet wohltuend auf die üblichen Schwarz-Weiß-Malereien. Unbedingt lesenswert.
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Killermusik
kreuzberger | 22. November 06 | Thema: Politik und Gedoens
Darf man danach eigentlich noch The Killers
* hören oder werden die jetzt auch verboten?
*Affiliate-Link
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Meine Frau, mein Haus, mein Dings
kreuzberger | 22. November 06 | Thema: ichso, erso, sieso
Am Tresen der Autowerkstatt meines Vertrauens wird neben mir ein anderer Kreuzberger (ja, davon gibt es noch mehr) bedient. Auf die Frage nach dem Kennzeichen seines zu reparierenden Wagens läuft er kurz raus, nachsehen. Mit seiner Unkenntnis ist er vermutlich nicht allein in diesem Raum. Die nächste Killerfrage lautet: "Fahren Sie einen Kombi oder eine Limousine?" Fragezeichen im Angesicht des Automobilisten. Sein Achselzucken bedeutet vermutlich: "Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?" Auf konkretere Nachfrage zur Form seines Boliden kommt aus dem Mund des Autoenthusiasten dann immerhin noch: "Naja, ist halt son langer Wagen."
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"Einmal Pommes à la Dutroux, bitte"
kreuzberger | 21. November 06 | Thema: Rumreisen
Letztes Jahr zur Vorweihnachtszeit im goldenen Prag. Es ist eiskalt, die Stadtführung nähert sich ihrem Ende. Die Frage nach guten Restaurants, in denen wir den Tag ausklingen lassen könnten, schwingt in der vor Kälte klirrenden Luft. Unsere Sehenswürdigkeitenerklärerin betont zunächst, dass sie nie tschechisch essen gehe, denn das könne sie ja jeden Tag selber kochen. Dann zeigt sie auf ihren nur wenige Meter entfernten lukullischen Hotspot: "Mein Lieblingsbelgier ist übrigens da drüben."
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