Gerade aus Versehen im Acrobat gleichzeitig strg und 4 gedrückt. Auf einmal verwandelte sich die wunderschöne hochformatige Zeitschrift in ein sehr seltsam anmutendes Querformat. Wahllos auf die Tastatur einzuschlagen, kann also durchaus zu neuen Ein- oder zumindest Ansichten führen.
Warum sind gute Dinge in diesem Land eigentlich immer nur Einwand- oder Fehler-frei, Tadel-, Makel- oder Fehler-los? Hört sich so an, als würde man es bedauern, dass jemand oder etwas keinen Fehler hat und man noch nicht mal Einwände vorbingen kann. Wäre unsere Sprache positiver, könnte man wirklich nicht meckern.
Ist es eigentlich normal, dass werdende Väter den Ansatz eines kleinen Bauchs bekommen? Vielleicht ist das aber auch nur meinen Ernährungsgewohnheiten während der Fußball-WM zuzuschreiben. Morgen heißt es daher zum ersten Mal seit Monaten: Der Kreuzberger geht ins Fitnessstudio. Meine bislang einzigen vier Kontakte damit liefen in diesem Jahr so ab:
Mitte Mai die Kündigung schreiben
Ende Mai die Eingangsbestätigung erhalten
Ende Mai die Abbuchung des Jahresbeitrags auf dem Kontoauszug entdecken
Anfang Juni die Kündigungsbestätigung zum 31. Mai 2007 erhalten
Morgen hole ich mir endlich etwas für mein Geld. Oder übermorgen...
Die schlaue Broschüre eines großen Pharmaunternehmens sagt über die 35. Schwangerschaftswoche der Prinzessin: "Das Baby wendet sich jetzt automatisch einer Lichtquelle zu - eine wichtige Reaktion, die es auf sein Leben außerhalb des Mutterleibs vorbereitet." Und weiter heißt es: "Kümmern Sie sich nun langsam um die Erstausstattung." Ich fürchte, ich sollte in diesem Satz eher den Fokus auf "Kümmern Sie sich" legen und weniger auf "langsam". Nur dumm, dass es eher meinem Naturell entspricht, mich langsam, irgendwann, spätestens morgen oder übermorgen um alles Wichtige zu kümmern. Aber zum Glück habe ich ja die Prinzessin, die etwas organisierter ist als ich.
Auch an diesem Wochenende ist der Kreuzberger wieder auf Deutschlandtournee. Nachher geht es erstmal gen Hamburg, Freunde besuchen, und morgen werde ich live im Bremer Weserstadion dabei sein, wenn der neue Tabellenführer der Bundesliga die Pharmazeutikerkicker der Bayer AG auseinandernimmt.
An diesem Wochenende ist daher leider wieder mal eine kurze Blogpause angesagt. Aber spätestens am Montag gehts weiter.
Durch die "search requests", mit denen Googlesucher den Kreuzberger im Datenozean finden, gerade entdeckt, dass dieses Blog bei Google schon 23 Tage nach seiner Gründung auf Platz eins steht. Zwar nur bei der Suche nach "34. Schwangerschaftswoche", aber immerhin.
Nachtrag 22. August: Offensichtlich wurde meine Schwangeren-Kompetenz neu bewertet und die Googlegynäkologen haben mich deutlich weiter hinten einsortiert.
Da sage nochmal jemand, Berlin-Neukölln sei ein Problemkiez. Dort zeigen die Menschen wenigstens noch öffentlich Gefühle und weisen liebevoll auf die Menschen hin, die ihnen am Herzen liegen. Rita, Patrick und Jörg - ihr habt es gut.
Treffe mich heute abend mit Penelope Cruz im Kino. Die wunderschöne Prinzessin und ihr großer, runder Bauch kommen mit, damit wir uns zusammen Pedro Almodovars neuesten Film ansehen können: Volver. Freue mich schon auf fantastische Bilder und Farben, skurille und schöne Frauen und natürlich auf die almodovarischenTM Ausstattungsorgien. Nach dem Kino gibts hier vielleicht Unten steht ein wenig mehr über den Film.
Nachtrag 18. August: Volver ist ein wundervoller Film. Wie fast immer bei Almodovar werden alle wichtigen Rollen von wunderbaren weiblichen Wesen gespielt, allen voran Penelope Cruz und Carmen Maura. Diese "Dramödie" strotzt nur so vor Skurillitäten: In der ersten Szene sieht man Dutzende Frauen, die in einem kleinen Sandsturm hingebungsvoll Grabsteine putzen. Und Carmen Maura spielt CruzesCruzs die tote Mutter von Penelope Cruz und ihrer Schwester und steigt schon mal - als ob das für eine Leiche völlig normal wäre - aus dem Kofferraum des schwesterlichen Autos.
In den äußerst amüsanten ersten zwei Dritteln verstärken sich die dunklen Andeutungen eines Familiendramas, das ich hier nicht auflösen werde. Am Ende wird dann etwas weniger gelacht und etwas mehr geweint als zu Beginn, aber gute Filme enthalten eben neben komischen auch immer tragische oder zumindest traurige Elemente. Am Filmende sollte man übrigens noch ein wenig sitzen bleiben, denn der Abspann ist ein visueller Genuss sondergleichen.
Schönes Spiel gewesen gestern gegen die Schweden. Noch schneller 2:0 geführt als im Achtelfinale. Miro-du-bist-ein-Fußballgott-Klose war als typischer Werderaner natürlich Weltklasse und sprintete auch hinter Bällen her, deren Verlust wirklich niemandem weh getan hätte. Eine Frage stellte sich allerdings nach dem überzeugenden Sieg gegen überforderte Ikeaner: Wo waren die AutokorsenAutokorsi vielen hupenden Autofahrer nach dem Abpfiff?
Steffen Simon kommentierte immerhin nicht ganz so schlimm wie Reinhold B. Kernmann. Im Gegensatz zum Kommentator präsentierte sich der etwas hüftsteife Partner von Gerhard-ich-bin-ein-Wortspielgott-Delling in bestechender Form. Netzer über den fetten Hansen: "Der macht wirklich nichts richtig in diesem Spiel."
Und zum Abschluss noch ein Ausschnitt aus Netzers kleiner Völkerkunde: "Die Iren sind von ihren Qualitäten her typische Engländer."
Nachtrag: Die Doktorin schreibt in einem Kommentar, dass es doch Hupkonzerte gab. Bis Berlin waren die aber wohl nicht zu hören.
Nachtrag 18. August: Hier gibt es die Höhepunkte des Spiels:
derberaterso: "Ok, bei unserem Kunden kann man jetzt auch Schokoladeneis im Cocktailbecher bekommen. Müssen wir visualisieren. Kunde zahlt aber schlecht, also mal eben schnell was rausrotzen. Ideas anybody?"
derkreativeso: "Schokoladeneis? Da hab ich ne super Idee."
Freitag: Zusammen mit der Prinzessin verlasse ich Berlin. Das Ziel: Bensersiel an der Nordsee. Zwischenstopp: meine alte Heimat Bremen, um die beiden Hamburger einzuladen. Zwischen Bremen und Wilhelmshaven, das Gerüchten zufolge die hässlichste Stadt Deutschlands sein soll, permanenter heftiger Dauerregen. Wettervorhersage empfiehlt allen Regenfetischisten ein Wochenende an der Nordsee. Hört sich vielversprechend an.
Ankunft in Bensersiel, die Düsseldorfer, deren Hochzeitsgeschenkgutschein wir an diesem Wochenende einlösen, sind schon da. Im Hotel einchecken und -ziehen, den Ort erkunden, 15 Minuten später haben wir alle relevanten Ecken gesehen und essen zum ersten Mal lecker Fisch. Dazu ein herbes "Watt'n Bier" - man beachte das Wortspiel im Produktnamen. Den Strand kann man nur gegen Entgeltzahlung durch das Strandportal betreten, aber wir haben ja eine die Kurtaxenzahlung bestätigende Kurkarte vom Hotel bekommen. Wattwanderung, Sonne, Eis und Bier - die Entspannung setzt langsam ein. Abends im Restaurant zeigen die Kellnerinnen dann, dass sie offenbar erfolgreich ein Serviceseminar bei ostdeutschen Klischeekellnern belegt haben. Essen trotzdem gut.
Samstag: Mit der Fähre nach Langeoog, wir besetzen widerrechtlich drei Strandkörbe. Den Meteorologen trotzend hat die Sonne beschlossen, uns heute einen warmen, sonnigen Tag zu schenken. Das Meer lockt, der Bräutigam und ich nehmen ein Bad in der kalten angenehm erfrischenden Nordsee. Anschließend Fischfrikadelle, Pommes, Kaltgetränke und Beachfußball, bei dem der Kreuzberger eindrucksvoll sein fehlendes Talent am Ball unter Beweis stellt. Abends auf dem Festland Essen mit extremst norddeutschem Service, wie ich ihn an meiner Heimat schätze. Ich sach nur: trockener Humor á la "Wenn die Bratkartoffeln nicht reichen, haben Sie sie sich falsch eingeteilt."
Sonntag: Neuharlingersiel - malerischer Hafen, passabler Strand und Meckerei der anwesenden Damen, wo denn das Wasser schon wieder hin sei. Nicht aus dem Norden stammende Frauen können den Tidenhub und Wattwanderungen oft einfach nicht genießen. Algen, Krebse und Muscheln sind anscheinend nur akzeptabel, wenn sie in Form von Misosuppe, Sushi oder Spaghetti Frutti di Mare serviert werden. Nach einem kurzen Bad in der sanften See gehts leider bald schon wieder zurück gen Berlin. Wie es dort weiterging, steht hier.
Nachtrag: Bei Flickr gibts alle Bensersiel-Bilder. Mit dabei: Schilder aus Schilda.
Ich gehe auf einer breiten Straße unter Bäumen spazieren. Links und rechts alte Villen, efeuberankt. In der Mitte ein Grünstreifen mit jahrhundertealten Bäumen und allerlei Gewächs. Ich kann nicht sehen, ob jemand auf der dahinter liegenden Seite geht oder fährt. Auf einem Ast sitzt eine Eule, starrt mich an, beobachtet mich, um kurz darauf zum Boden zu fliegen. Mit einem Spatzen im Schnabel landet sie wieder auf dem Ast, mit dem Mahl beginnend. Der Spatz versucht sich zu wehren, ist aber nur noch ein Eulensnack. Gemächlich reißt der grauweiße Jäger dem kleinen Vogel die Eingeweide heraus.
Ich gehe weiter, angewidert und fasziniert. Wenige Schritte weiter der nächste Raubvogel auf dem Grünstreifen. Auch er scheint zu fressen, aber ich kann durch das dichte Gestrüpp nicht erkennen, woran er sich zu schaffen macht. Ich sehe nur, wie Kopf und Hals in einem Fellknäuel verschwinden und in Blut getränkt wieder auftauchen. Er sieht mich an, scheint mich kurz zu taxieren und beugt sich wieder herunter, um sein Werk zu vollenden. Und während ich noch weitergehe, wache ich auf.
Mit diesem netten Gimmick kannst du testen, wie schnell deine Internetverbindung wirklich ist. Das ist nicht nur interessant, sondern sieht auch noch ziemlich gut aus.
Mercedes-Dance aka das neue Teil von Jan Delay ist fetter Funk vom Feinsten. Mit dabei: die aktuelle Single "Klar", das Rio-Reiser-Cover "Für immer und dich", ein Duett des Eimsbüddelers mit Udo-dubidubidu-Lindenberg ("Im Arsch") und natürlich wieder die gutesten Lyrics, á la: "Ich hab die Beats und die Melodien, die euch süchtig machen wie Heroin, und die burnen wie Rolf Töpperwien".