Dienstag, 24. Oktober 2006
Borat sucks
Gerade eben im Gratis-Preview von Borat gewesen. Für ohne Geld gehts gerade noch, aber warum sollte man für dieses Machwerk auch nur einen Euro ausgeben?

Der ganze Rahmen hätte mich warnen sollen. Der Einlass startete fünf Minuten vor dem angeblichen Filmbeginn. Die Schlange war zu diesem Zeitpunkt lang. Länger. Sehr lang. Unerträglich lang. An ihrem Anfang stand ein Metalldetektor oder ein Etwas, das so aussah, als wäre es gern ein solcher. Taschen und Handys musste man abgeben, um am lächerlichen freundlichen Securitymann vorbei durch das Detektorteil laufen und den Saal betreten zu dürfen. Und weil die ganze Prozedur so flott ablief, fing der Film auch schon um viertel vor neun an. Statt wie angekündigt um acht.

Das Publikum war auch speziell. Mein linker Sitznachbar trug z.B. schwarze Buffalo's mit circa fünf Zentimeter dicker Sohle. Buffalo's. Als Mann. Zum Glück war er nicht son angepasster Typ: "Als Trainee muss ich ja keine Krawatten tragen." Politisch interessiert war er aber schon: "Ich freu mich voll auf das Buch von Genosse Gerhard Schröder." Als der Film dann endlich anfing, war ich kurz glücklich, dass ich den Schwachmaten nicht mehr anhören musste. Dummerweise lachte er dann alle 42 Sekunden extrem laut, um allen zu zeigen, dass er Humor hat: "Hohohoho!"

Auch ich habe an einigen Stellen gelacht, denn es ist gelegentlich durchaus komisch, wenn der die USA bereisende Kasache mit Klischees spielt und seine Gesprächspartner mit seinen sexistischen, antisemitischen oder einfach nur naiven Ansichten konfrontiert. Aber Borat-Darsteller Sacha Baron Cohen setzt im Großteil des Machwerks nur auf plumpe Provokationen und darauf, kalkuliert echte und vermeintliche Tabus zu brechen, um billige Lacher zu bekommen. Oft armselig, wie er so im Pseudodokustil am laufenden Band Juden-, Behinderten- und Dickenwitze aneinander reiht. Hahahaschenkelklopf, ist das lustig, wenn man sieht, wie Borat in diversen Stellungen mit einem nackten Fettsack ringt. Hohoho, wie komisch, wenn Borat vor lauter Antisemitismus Angst davor hat, dass ihn ein älteres jüdisches Ehepaar vergiften könnte. Natürlich finden all diese Witzchen auf einer Metaebene statt, die dem aufgeklärten Zuschauer zuruft: "Zwinkerzwinker, wir meinen das ja gar nicht so, wie wir es sagen. Denn eigentlich ist es ja volldoll schlimm, wenn man so denkt wie Borat."

Aber macht es das besser? Und ich will gar nicht erst mit irgendwelchen Ahnungslosen anfangen, die die Metaironie nicht verstehen. Mein Fazit: belanglos, verschwendete Lebenszeit. Zitat des Freundes, den ich zu diesem Gratisteil "eingeladen" hatte, und dem ich nach den langen 75 Minuten erstmal ein Kaltgetränk ausgeben musste: "Einer der schlechtesten Filme aller Zeiten."

Update: Andere Meinungen finden sich hier und hier.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren





Montag, 23. Oktober 2006
Was soll das?
Sonntagabend, gegen Mitternacht. Endlich die seit langem fälligen ersten Textentwürfe fertig geschrieben und weggemailt. Das frisch geöffnete Bier ist noch voll, der Kopf ist leer, alle Gedanken, Ideen, Wörter und Buchstaben haben ihn verlassen. Was bleibt, ist die Frage, warum ich in solchen Momenten der geistigen Leere nicht sofort ins Bett gehen kann, sondern stattdessen verdammtnochmaljedesmal whalweise fernsehe, playstatione oder Musik höre. Oder eben hier noch schnell was Inspirationsloses reinkritzel.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren





Freitag, 20. Oktober 2006
Petition gegen Wahlcomputer unterzeichnen
Der Chaos Computer Club, das Lummaland, Spreeblick, viele andere und jetzt auch ich rufen dazu auf, auf den Seiten des Deutschen Bundestages online die Petition gegen den Einsatz von Wahlcomputern zu unterzeichnen.

Warum? Weil Wahlen durch die Computer instransparent würden und Manipulationen nicht mehr überprüft werden könnten. Mehr dazu steht in der Petition, die Ihr hier unterzeichnen könnt.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Mittwoch, 18. Oktober 2006
Sind eigentlich alle irre geworden?
Ist heute der Tag des Wahnsinns oder was ist gerade los? Auf einmal nur noch Verrückte um einen rum. Ich dreh auch gleich durch oder lauf Amok. Holy fucking Bimbam, ist ja zum Mäusemelken*.

*Das letzte Wort ist in memoriam meines Opas.

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Dienstag, 17. Oktober 2006
Ich bin wie Du
Ich lese Blogs, Belletristik, seltenst Sachbücher, gerade Gernhardt/Stephenson/Tucholsky, den Tagesspiegel, Dummy, Titanic, mehr Blogs, Süddeutsche, Zeit, taz, Spiegel on- und gelegentlich offline, Videotext, Rechnungen immer viel zu spät, E-Mails, SMS und auch ein paar Weblogs.

Ich trage G-Star, Gsus, Skunkfunk, Apfelsina, Adidas, Puma, Boss, kaum noch H&M, Gola, Esprit, Armani-Ray-Ban-und-Oakley-Brillen, Kontaktlinsen, eine Diesel-Uhr, die goldene Uhr meines Opas, meine Tochter auf dem Arm und im Herzen.

Ich habe iPod, Snowboard, Toshiba-Notebook mit Drecks-Akku, PS2, DVB-T, einen kaputten DVD-Player, Selbstironie und -vertrauen, zu viele graue Haare, seit kurzem eine kleine Familie.

Ich höre Placebo, Jan Delay, White Stripes, Dendemann, Gorillaz, The Streets, Green Day, The Rapture, The Killers, immer noch die Arctic Monkeys, Chansons, zu wenig Klassik, meine Nachbarn bei der Hausmusik, gut zu.

Ich trinke Bier, Tee, Lentisco, keinen Kaffee, Bionade, Coke, nie wieder Coke Light oder Zero, frisch gepressten Orangensaft, schwarze Johannisbeerschorle, keine Milch, stilles Wasser.

Ich esse Doraden, Wolfsbärsche, Nordseekrabben, alle Krustentiere, Tintenfische, Muscheln, vietnamesisch, Himbeeren, Weintrauben, Ruccola, Serrano-Schinken, Fuet, Chorizo, Pasta, Dürüm Dönër, Thai, Unagi- und sonstiges Sushi, Burger King, Sahnesauce mit grünem Pfeffer, keinen Käse und keine Wurstbälle.

Ich sitze in Cafés und Bars, auf einem Freischwinger, mit meinen beiden Frauen auf dem Sofa, zu oft vor dem Bildschirm, im Auto, auf dem Fahrrad, im Kino, viel zu selten am Meer.

Ich stehe mitten in meinem Leben, nicht gern an, beim Weckerklingeln sofort auf, links von der Mitte.

Ich gehe gern feiern, stundenlang am Meer spazieren, mit Carlotta und der Prinzessin in den Park, zum Fußball(gucken), nur noch selten in Clubs, morgens gern zur Arbeit und abends gern nach Hause, zu Fuß, mir nicht auf die Nerven.

Ich lache oft, über alberne Wortspiele, Harald Schmidt, YouTube-Videos, die Simpsons, King of Queens, gute Pointen, aufgeblasene Wichtigtuer.

Ich weine selten, im Kino, jedes Mal beim Ende der Westside Story, wenn die Prinzessin traurig ist.

Ich sehe DVDs, Fernsehen, Fußball, Programmkino, Tarantino, Wong Kar-wai, Kubrick, Lynch, Star Trek, die Simpsons, King of Queens, YouTube, Wer wird Millionär, keine TV-Boulevardsendungen, Tatort.

Ich mag meine beiden Frauen, das sturmgepeitschte Meer, schneebedeckte Berge, Snowboarden, Abende mit Freunden, das Spiel mit verschiedenen Realitätsebenen, die deutsche Sprache, gute Texte, meine Familie.

Ich schreibe ins Internet, Artikel, für Websites, Flyer, Broschüren, Präsentationen, Rechnungen, E-Mails, SMS.

Ich verstehe Englisch, ein paar Bröckchen Französisch, kein Latein mehr, intolerante Menschen nicht.

Idee bei Mathias Richel und im Stöckchen-Blog geklaut.

Permalink (2 Kommentare)   Kommentieren





Keep rollin'

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren